Ist der gesunde Menschenverstand noch zu retten?

Vorwort
Im nachhinein habe ich mich gefragt warum mich dies so beschäftigte. Wo ich doch nicht mal dabei war und aus nur einen Satz bezüglich des Abends mir derart immer wieder Gedanken im Kopf rollten. Naja, auch im Magen – sinnbildlich gesprochen – grummelte es ein wenig.
Es geht mir nicht um die Person. Vielleicht war diese Persönlichkeit nicht mal so drauf an dem Abend, wie sie wohl ankam bei einer Zuhörerin.
Es geht mir um eine gewisse Sichtweise, welche leider so manchem Menschen zu eigen ist. Bei manchen als temporäres Empfinden, bei anderen als grundsätzliche Einstellung.

Der Begegnungsladen, in welchem ich ehrenamtlich tätig bin, hatte an einem jüngst vergangenen Freitagabend einen Gastvortrag eines Greenpeace-Aktivisten. Wenn ich mich richtig an den Programmkalender erinnere, ging es um Kunststoffe und davon rührenden Umweltschäden. Leider war ich nicht selber da, aber eine wirklich sehr gute Freundin – sozusagen meine Ehrenschwester – von mir fasste mir den Abend so zusammen:

„Eigentlich ist die Welt nicht zu retten!“

Aber was heist hier „die Welt retten“ eigentlich?
Welche endtäuschten Allmachtsphantasien hat den dieser Mensch wenn er derart daherredet? Diesen Planeten, mitsamt seiner Natur, gab es schon lange bevor das erste menschenartige Wesen sich erdreistete vom Baum runterzufallen und halbwegs aufrecht die Steppen heimzusuchen. Und es wird diese Welt noch geben wenn der Mensch inklusive seinen Spuren schon lange im Dunst der Zeit verschwunden ist. Sollte es nicht also besser lauten:

 

Ist der gesunde Menschenverstand nicht zu retten?

Geradezu im wahrsten Sinne des Wortes ’natürlich‘ sollte der Mensch die Natur schützen anstatt sie zu schädigen.
Ob er will oder nicht, er ist und bleibt ein Teil von ihr.
Wie jeder Mensch auf sich als Einzelnen achten könnte, so sollte Jeder auch auf Jenes achten zudem er gehört.

Vielen Menschen, wie auch mir persönlich, geht es um die Liebe zur Natur, um Respekt und Verantwortung zur Schöpfung – wenn ich mir als Atheist gestatte dies so einfach wie allumfassend auszudrücken.
Es geht um Wertschätzung.
Andere, eher materialistisch geeichte Menschen, schätzen lieber den Wert von Dingen. Mathematisch betrachtet scheint ihnen der wahre Kosten/Nutzen-Faktor nicht wirklich bewußt zu sein. Was auch daran liegen mag, daß ihnen noch niemand die Rechnung präsentiert hat. Welche die meisten von ihnen ja doch auch indirekt zu zahlen haben. Und wenn es „nur“ die Lieblingsurlaubsinsel ist, welche demnächst in ein paar Jahren abgesoffen sein dürfte; Aufgrund eines nicht unerheblichen Anteils der menschlichen Handlungsweise an der Erderwärmung.
Bei vielen Menschen habe ich den Eindruck es hakt ein wenig an der Gewichtung ihrer Verhaltensweise. Anders kann ich mir nicht erklären wie die Leute in Bioläden einkaufen, das Ganze in ihre SUV packen und damit nach Hause fahren können. In einer Großstadt. In Autos deren Design an Geländewagen erinnern soll, daherkommen wie Panzer aber eine Alm nicht senkrecht runterkommen, noch einen Granateinschlag aushalten und gerade mal auf asphaltierten ebenen Straßen recht gut fahrbar sind.
Global betrachtet wird dabei, so behaupte ich mal, im Jahr die selbe Menge Ruß in die Luft gepresst wie bei einem mittleren Vulkanausbruch. Im Kern das selbe Verhaltensmuster als wenn man mitten im Münchner Berufsverkehr bei Rot über die Ampel geht. Man wird nur nicht so schnell umgeholzt. So wie ein Dinosaurier seinen Tod auch erst mit Verzögerung feststellte. Als wenn beim vernunftbegabten Menschen eine getrübte Wahrnehmung des puren Egoismus der Selbsterhaltung besteht. Eine Art der kognitiven Störung.

Apropos Störung: Es heist ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist. Ich möchte noch hinzufügen: Ein Sarkast ist die humanistische Variante eines Zynikers.
Zwischen diesen Polen pendel‘ ich. Gewissermaßen eine tripolare Bewußtseinsstörung. So wie das Thema mich beschäftigt, dürfte dieser Beitrag ebenso pendeln.

Nun, einerseits scheint also das Interesse der Menschen an wahrer Nachhaltigkeit begrenzt zu sein. Oder es wird mit Tunnelblick drauflosgefahren. Sonst hätte dieser Greenpeaceler vielleicht nicht so diese Stimmung weitergegeben.

Also eigentlich ist die Welt nicht mehr zu retten?

So reden doch nur depressive Idealisten, wie dieser Umweltaktivist während seines Referats wohl war. Oder zumindest so rüberkam. Die ganze Thematik des Umweltschutzes ist ja auch komplex genug, da braucht es viele Experten. Dieser Referent könnte einer gewesen sein. Mit einem Tunnelblick der anderen Art. Fokussiert auf sein Thema der Kunststoffproblematik. Im Tunnel sieht man ja bekannterweise nur die nahen Wände und wohin sie führen. Die Sicht auf das große Ganze gibt es zur selben Zeit nicht.
Vielleicht braucht ein Mensch in gewisserweise sowas wie Zielpunkte, ein Form von Sinnbilder. Im Fokus stehende Baumarten, Wale oder Insekten wie Bienen. Um Beispiele zu nennen. Oder eben Negativexemplare wie die Kunststoffflut der letzten Jahrzehnte. Das Eine wie das Andere ist wohl von Nöten um besser zu verstehen um was es auf dieser Welt wirklich gehen sollte. Um es visualisieren zu können.
Als wenn man die Systeme von Fixsternen studiert und das ganze Universum drumherum links liegen läßt. So kommt mir manch einer vor. Doch das Ökosystem der Welt ist viel umfassender und komplexer als solche Fixpunkte.

Eines fernen Tages wird sich die Natur vom Menschen erholt haben. Sie braucht ihn nicht. Jedoch braucht der Mensch die Natur und sollte sie nach besten Wissen und Gewissen erhalten oder gar regenerieren.

Inzwischen ist Nachhaltigkeit etwas, was direkt schon mehrheitsfähig und Fair Trade kein Fremdwort ist. Auch auf Öko- und Bioabzeichen wird geachtet, mögen deren Kriterien mitunter fragwürdig sein.
Alles Schlagwörter welche vor gerade mal ein, zwei Generationen nur damals so bezeichnete deppische Ökos kannten. Und Die waren ja eh grundsätzlich verdächtig, allgemein suspekt, mindestens wehrkraftzersetzend, wenn nicht gar eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.
Wer, bitte schön, würde heute noch so denken und reden?
Die Thematik von Respekt und Achtsamkeit, also auch von Nachhaltigkeit zur Umwelt mag noch nicht in der ganzen Bevölkerung angekommen und so tief verinnerlicht sein. Heutzutage geht es um das Wie und nicht um das Ob von Naturschutz.
Inzwischen ist vegetarische sowie vegane Ernährung so trendy, daß man schon flexigan ist, wenn man einfach nur weniger Fleisch und abwechslungsreicher ißt. Nicht weil man müsste, sondern weil man will. Es wir sogar die Frage aufgeworfen woher das Fleisch auf dem Teller kommt und ob das Tier unnötig hat leiden müssen. Die Antworten pendeln sich ein zwischen sanft zu Tode gestreichelten, preislich luxuriösen Kobe-Rind und billigen weil vollmedikamentierten, durch ganz Europa hin- und hertransportierten Massentierschlachtvieh.

Wenn ich für mich als Fleischfresser so darüber nachdenke hat dies irgendwie etwas von dem Bestreben zivilisierter Gesellschaften nach einer humanen Exekution der Todesstrafe.
Wobei – Unterschiede gibts ja schon…
detailliert und fokussiert betrachtet, jedoch nicht prinzipiell im Ganzen betrachtet.
Aber gut, ich pendel‘ wieder und schweife dabei auch noch ab.

Der Punkt ist, so wie viele Menschen immer mehr auf ihre Ernährung achten, so achten sie auch mehr auf die Natur, auf Wiederverwertung und Nachhaltigkeit. Selbst bei Ausreißern im Trend wie diesen Coffee-to-go Bechern entwickeln sich Verbesserungen wie Pfandvarianten oder Thermobecher, die man gleich von Zuhause mitnimmt und geleert wieder mit Heim bringt.

Was hätte dieser Greenpeace-Aktivist, Mitglied einer weltweiten Organisation, vor 120 – 150 Jahren in Deutschland gemacht?
Als es hier so richtig rund ging mit der Industrialisierung. Samt massiven Kohleabbau inklusiver Kinderarbeit in den Minen, sowie rücksichtloser Waldrodungen und Nutzbarmachung von unbebauten Flächen.
Mit dem Wissen was los ist und Prognosen wohin die Reise geht, gestützt auf gewissenhaft zusammengetragenen – wohlgemerkt damals – aktuellen Daten; was hätte er gemacht?
Wäre er zwecks Selbsttötung durch Vergiftung im Rhein geschwommen?
Wobei das ökologische System des Rheins soll ja erst im Laufe des deutschen Wirtschaftswunders gekippt sein. Allerdings auch nicht endgültig. es ist inzwischen wieder dabei sich zu erholen.

Worauf ich insgesamt hinaus will:
Es gibt keine Garantie darauf das alles besser wird. Keinen Automatismus für ‚Es wird schon gut gehen.‘ Aber auch keinen zur Verdammnis des Untergangs. So wenig wie der Mensch die Krone der Schöpfung ist, alles Wissen erfahren hat und eben über diese Schöpfung herrscht; so wenig ist er fähig sie total zu zerstören oder zu retten.
Der Mensch ist im großen und ganzen bemüht sich zu verbessern und richtig zu handeln. Leider nicht of genug und im rechten Maße. Diverse Rückschläge und individuelle Ausnahmen mit einbezogen.
Die Frage ist doch nicht ob die Welt noch zu retten ist. Die hat sich schon oft genug selbst gerettet. Ob Asteroidenkollisionen, globale Vulkanausbrüche, einfrieren zur Eiskugel oder gekippte Ökosysteme – alles schon dagewesen und stets hat es die Welt überlebt und weitergemacht.
Die Frage ist nicht ob die Schöpfung sich von den Spuren des Menschen erholen wird. Denn das wird sie und dies ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Die Frage ist ob der Mensch das noch erleben wird.

Und bis dahin…
Halte ich es für besser wenn Idealisten in ihren melancholischen, pessimistischen, depressiv angehauchten Phasen nicht vor emphatischen Publikum sprechen.

Seitenhieb:
Ein kurzer Schlenker zum Bereich der Glosse…

Was depressiv angehauchte Idealisten besser machen sollten, bevor sie vor empathischen Publikum sprechen

Und ja, das war bitterer Sarkasmus meinerseits. Geradezu gehässig. Nichtsdestotrotz mußte es raus. Ganz so Stoa bin ich nun ja noch nicht, als das ich darauf verzichten könnte.

Was depressiv angehauchte Idealisten besser machen sollten, bevor sie vor empathischen Publikum sprechen

Ein kurzer Schlenker weg von „Ist der gesunde Menschenverstand noch zu retten?“

Da wäre es ja fast besser die entsprechende Person latscht in ihren Birkenstock-Weltenrettersandaletten zu ihrem Hintergartenkomposthaufen, begräbt sich darunter und frißt frisch gepflügte rohe Brennesselen bis sie daran erstickt.

Aber das nur mal kurz gesagt, beziehungsweise geschrieben, um mal eben Dampf abzulassen.

Generationendifferenz

79-Jähriger schneidet sich mit Kettensäge im Gesicht – und fährt selbst nach Hause
Eine Wurzel schnellte zurück: Im Harz hat sich ein Mann bei Waldarbeiten schwer mit einer Kettensäge verletzt. Blutüberströmt fuhr der 79-Jährige mit dem Traktor nach Haus.
In Niedersachen ist ein Mann verunglückt, der alleine zum Holzfällen in ein Waldstück im Harz aufgebrochen war. Der 79-Jährige habe sich schwer mit seiner Kettensäge verletzt, teilte die Polizei mit.
Der Waldarbeiter stürzte demnach wohl beim Durchsägen eines Stammes, nachdem ihn eine zurückschlagende Wurzel getroffen hatte. Die noch laufende Kettensäge traf ihn anschließend in der rechten Gesichtshälfte.
Nach dem Unfall bei Elvershausen im Landkreis Northeim fuhr der Mann laut Polizei blutüberströmt mit seinem Traktor nach Hause. Dort behandelte ihn ein Notarzt, bevor er von einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen wurde
Quelle: Spiegel Online vom 26.7.2018

Wie dies Geschehen bei einem Jüngerem als neunundzwanzig Jahren ablaufen würde:
Erst einmal ein Selfie auf Facebook posten. Dann ein Video für Youtube drehen. Schließlich Bekannte, Freunde und Verwande in Konferenz-whatsapp-Gruppen und auf instagram mit dem hashtag #selbstgeprankt auf dem Laufenden halten bis Notarzt (Rettungswagen oder Hubschrauer oder im Zweifel besser gleich beides) und Kriseninterventionsteam mit psychologischer Rundumvollversorgung vor Ort sind und dieses Twentysomething-Wesen heim in die sichere Zivilisation bringt.

Jetzt könnte ich dies Geläster in der Rubrik Glosse ja so stehenlassen. Mal abgesehen von dem Gefühl, daß ich in der Schilderung da wohl leider nicht soooo sehr übertreibe, finde ich eben die Sicherheitsstandards und -infrastruktur in Deutschland ja sehr gut. Auch wie heutzutage viel mehr auf die Psyche von betroffenen Menschen und ihrem seelischen Wohl geachtet wird, halte ich für sehr positiv.
Der 79jährige ist – durchaus wahrscheinlich – vielleicht ohne mobiles Telephon unterwegs gewesen. Trotzdem meine ich Unterschiede darin zu erkennen wie die Generationen ein Geschehen wahrnehmen und handhaben. Oder wie jemand, mir einst sehr nahestehendes, in Bezug auf unsere älteren, zu der Zeit bereits in Rente befindlichen, Nachbarn so treffend formulierte: „Das ist die Kriegsgeneration. Die sind einfach aus anderem Holz geschnitzt wie du oder ich.“

Eine kleine Zwischenbilanz

Etwas über ein Jahr könnte es nun schon sein her sein, das ich nicht nur über Holidays Buch stolperte, sondern auch anfing damit zu arbeiten. Durchaus das eine oder andere Jahr länger, besuche ich bereits eine Philosophieschule. Ein genauer Zeitpunkt fällt mir da prompt nicht ein, wann wir unsere erste Schulstunde hatten. Allerdings habe ich auch nicht das Gefühl ob der Zeitpunkt des Beginnens in der Vergangenheit so wichtig wäre. Viel bedeutender für mich ist, wie sehr es mich verändert in einer dauerhaften Art und Weise. Wie ich bei meinen Themen bleibe. Mich selbst hinterfrage. Manchmal sogar bei Kleinigkeiten im Verhalten, jedoch mich dabei nicht grübelnd im Kreise drehend. Eher ob das jetzt so richtig war, wie ich gerechter wäre, wie ich meine Handlungsweisen verbessere. Um ganz allgemein formulierend aus dem alltäglichen Leben zu erzählen. Doch Philosophie ist weitaus mehr für mich als praktische Lebenshilfe, mehr als ein Ratgeber. Geht es doch sehr wohl um die eigenen inneren Werte, wie auch um das große Ganze. Letztendlich ist Philosophie zu einem Teil meines Lebens, zu einem Teil meiner Selbst geworden. Was zählt dann schon an welchem Tag ich damit aktiv und bewußt anfing?

Eine Zeit lang war ich schon ein wenig stolz auf mich täglich einen Stoiker zu reflektieren und zu kommentieren. Manchmal sogar etwas im Kalender vorzuarbeiten, um dann am entsprechenden Tag zu ‚veröffentlichen‘. Momentan ruht das Buch ein wenig, welches ich eigentlich so langsam mal an der medialen Theke vorstellen sollte, doch bedeutet dies nicht es wäre abgelegt und vergessen. Es ist mir wichtiger wie die Stoa in mir Gestalt hat und mich prägt und wie sie dabei wächst. Wenn ich mit den täglichen Lektionen weitermache, bin ich zwar nominell gnadenlos im kalendarischen Rückstand, doch habe ich nun mal mein eigenes Tempo. Zeitlich passend zum Buchaufbau zu philosophieren ist zwar was feines, doch ist die Liebe zur Weisheit doch mehr als ein Haken auf einem Kalenderblatt. Gut, hier bin ich wohl ein wenig gemein, denn so habe ich ja dies eben nicht gehandhabt: als einfaches abhaken von Zitaten.
Eine einzig gültige Weisheit, fest in Stein gemeißelt, gibt es nicht. Zumindest für mich nicht. So entdecke ich für mich Ideen, Konzepte – ja, Weisheiten – aus unterschiedlichen philosophischen Schulen, über die ich mehr erfahren will.
Philosophie ist sinnlos, wird sie nicht gelebt. Mein Weg führt mich auch an Plätze wie Aufgaben heran, für die ebenfalls gelernt, geübt und gearbeitet werden muss. Eine Wand spachtelt sich nicht von alleine und ich merke wie ich mich dabei im Grenzbereich zwischen Handwerker und Künstler bewege. Ein Bild malt sich nicht von alleine. Ein zweites Ehrenamt will ebenfalls vorbereitet sein. Zumindest will ich dies für mich in Anspruch nehmen und schon bin ich bei einem weiteren Buch, welches hier einmal besprochen werden sollte.
Verbessern gäbe es vieles. Den Blog wie mich selbst. Langeweile? Im Gegenteil, die Zukunft könnte noch viel interessanter werden. Also interessant nicht im Sinne jenes, in einem anderen Beitrag erwähnten, chinesischen Fluches. Nein, es wird sehr positiv spannend interessant.

Nun, da ja der Titel des Beitrags sich auf eine Zwischenbilanz bezieht = Besser werdend mit viel Raum nach oben. So sollte es auch sein.

Was es kostet Fälschungen zu akzeptieren

Der tägliche Stoiker für den 8.4.2018
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Wenn es um Geld geht, das für uns von großem Belang ist, haben wir eine regelrechte Kunstform kreiert, bei der Geldtester mit verschiedenen Mitteln dessen Wert bestimmen. Ebenso beurteilen wir solche Dinge mit großer Sorgfalt, die uns in die Irre leiten könnten. Aber wenn es um unser eigenes Leitprinzip geht, dann werden wir müde und unkonzentriert, akzeptieren alles, das vor uns aufblitzt, ohne die Kosten zu bedenken.“
Epiktet, Lehrgespräche, 1.20.8; 11

Zu sehr und zu leicht läßt man sich ablenken und beschäftigt sich mit dem Falschen und hängt diesem dann nach.
Wenn ich Nichtsportler Spaß an Sport und Freude am Spiel als Leitprinzip ansehe, dann sollte ich doch eben Freude, oder eben auch Ärger als Zuschauer beim Verlauf eines Fußballspieles haben. Jedoch nicht endlose Tabellen im Kopf durchgehen und überhaupt besser wie der Bundestrainer wissen wie es hätte besser laufen sollen. Bundestrainer soll ja eh ein undankbarer Job sein. Einer der härtesten im Lande. Denn es gibt 80 Millionen andere Bundestrainer, welche dieses oder jenes besser wissen.
Passion ist das eine. Daten fressen, wiederkauen und sich darin austoben etwas anderes. Zumal, was bringt es? Sich im Glanze seines theoretischen Wissen sonnen? „Es hätte besser machen können“ zu meinen? Nichts als falsche Fünfziger, solches Abkommen vom eigentlichen Leitprinzip. Was einem die eigentliche Freude kosten mag.

So im Sporte, wie ist es in der Gesellschaft? Es lässt sich schön an Grundwerten, an Kultur – vielleicht sogar an Leitkultur – polieren, wenn keine Gefahr droht. Doch wie verhält sich der Einzelne wenn ein Teil der Organe sich das Recht zurechtbiegen. Weil von jemanden eventuell Gefahr drohen könnte oder dieser eventuell in Verbrechen verwickelt gewesen sein könnte – ist es tatsächlich in Ordnung wenn dieser in ein Gebiet abgeschoben wird, welches nicht so menschenrechtlich korrekt ist, wie es für eine Abschiebung sein sollte?
Mir behagt es selber nicht wirklich mit Gewaltsympatisanten in einer Gesellschaft zu leben. Dies muß ich allerdings auch bei politischen oder religiösen Radikalen. Oder mit Hools.
Das ausgerechnet anscheinend Afghanen bevorzugt und so einfach ausgewiesen werden, könnte durchaus damit zusammenhängen wie sprichwörtlich überlebenswichtig es für die afghanische Regierung – vielleicht sogar für den ganzen Staat – ist, es sich nicht mit europäischen Mächten wie Deutschland zu verscherzen. Aber von einem sicheren Rückkehrort kann nun beileibe nicht gesprochen werden. Da ja mal Deutschlands Sicherheit auch am Kundus verteidigt wurde, kann da Deutschland sich, meiner Meinung nach, auch nicht ganz unbeteiligt aus der Affäre ziehen.
Es sind zwar unterschiedliche Behörden und Politiker in den genannten Beispielen involviert, symptomatisch für mich ist jedoch wie im einem Fall das Regelwerk der Paragrafen bis zum Bruch gebogen wird und im anderem buchstabengetreu umgesetzt wird. Warum? Um Handlungsfähigkeit zu demonstrieren? Um den trügerischen Glanz von maximalster Sicherheit nachzuhängen? Aber was ist mit all den hehren Werten und Leitprinzipien, welche diese Gesellschaft doch so sehr haben will? Geopfert auf dem Altar der sogenannten Realpolitik?
Oder ist diese Realpolitik das eigentliche Leitprinzip und Werte wie Humanismus, welche ich zum Beispiel meine, eher jene Dinge welche in die Irre führen?
Ich pendle manchmal wirklich zwischen Idealist und Zyniker, abhängig von meiner Sicht der Dinge und der Bewertung dessen was ist.

Vom großen Ganzen zum Einzelnen. Zu mir. Wenn ich mich an Holidays Kommentar zu Epiktets Zitat richtig erinnere, so ging es ihm – wohl geprägt als ehemaliger Investmentbanker – tatsächlich um Gold und Reichtum. Mit einem Blick auf mein Bankkonto sehe ich allerdings wie wenig dies zu dem gehört was mich in die Irre führen kann.
Mich leitet anderes fehl. Zum Beispiel schweife ich nach wie vor ab. Kümmere mich um Dinge wie ein Aufbauspiel und arbeite sie bis ins Detail aus, anstatt mich um mein selbst und meine Leitprinzipien zu kümmern. Auch wenn ich da inzwischen gewissenhafter vorgehe, so haben so manche Werte immer noch nicht den ihnen gebührenden Platz in meinem Leben. Ein Spiel ist was feines, macht Spaß und entspannt. Doch sollte ich über die Spieldauer bestimmen und nicht mwin Spielen über meine Lebenszeit.
Frank, Polyblob

Wir leben irgendwie in interessanten Zeiten

In der Türkei hat Erdogan die Wahl mit um die 52% gewonnen. Sagte zumindest erst er und dann die Wahlkommission. Eine Demokratie wandelt sich nun auf absehbare Zeit zu einem autokratischen Präsidialsystem.
Ein Mensch der sich vom Reformer zum Sultan wandelte. Zumindest kommt mir es wie eine Veränderung im Laufe seiner Regentschaft vor. Eine ehrliche Biographie über ihn dürfte hoch interessant sein.
Möglich, dass sowas wie in der Türkei – Autokratie, Medienkontrolle, erneute Unterdrückung von Minderheiten und Andersdenkenden, eine Wirtschaft die auf tönernen weil überschuldeten Füßen steht, sprich: ein modernes Sultanat – möglicherweise sich entwickeln konnte durch die Fehler der Vergangenheit. Möglich, nicht muß. Denn die Vergangenheit führt nicht automatisch in die Zukunft. Und 52% sind nun wirklich keine überwältigende Mehrheit für solch tiefgreifende Veränderungen. Es gab also auch keine Zwangsläufigkeit in diesem Moment der Geschichte.
52%. Das sind ja geradezu britische Verhältnisse. Mal ganz abgesehen davon wie gerecht es wohl sein soll, wenn Eingriffe mit derart generationenübergreifenden Auswirkungen von 50% plus 1 der wählenden – also prozentual an der Gesamtbevölkerung gemessenen weniger als 50% – Stimmenabgebenden entschieden werden und die restlichen 49,99% gefälligst diese Entscheidung mitzutragen haben; lässt sich bei einer gespaltenen Gesellschaft auf noch einfacheren Wege die Risse vertiefen als durch derart geregelten Wahlgängen? Die Spaltung vertieft sich. Sie zu kitten eine Aufgabe für Generationen. Aber warum hart und ehrlich an einer Gemeinschaft arbeiten wenn es doch soviel einfacher ist als Populist?
Manche leben in interessanten Zeiten. Ob sie wollen oder nicht.

In einem Land wie Deutschland braucht man nicht mal eine Krise um die Axt anzusetzen. Hier geht so wild zu das ein Nachrichtenportal wie spiegel online es die Meldung für erwähnenswert hält, wie ein Wagen mit einer überhöhten Geschwindigkeit von mehr als 100 Km/h in Hamburg über eine Brücke donnert bevor dieser von der Polizei gefasst wird. Leben in Deutschland ist so sicher, Tageszeitungen drucken Berichte über Mord, Raub und Unglück aus entfernten Städten auf ihre Seiten. Wahrscheinlich sollte man Trump dankbar sein über die Berichterstattung zur Sicherheitslage. Schade eigentlich wie Medien zuvor die vermeintlich wahrgenommene Angst der Menschen vor Gewalt in den Vordergrund rückten und Straftaten von Flüchtlingen oder Verdächtigungen diesbezüglich bevorzugt meldeten aber hier gibt es laut spiegel online ja auch eine „Kita-Krise“. Von einer Krise der sozialen Gerechtigkeit las ich noch nirgends. Naja, ist vielleicht auch nicht griffig genug als Headline. Und wenn man keine Krise merkt, dann macht man halt eine aus dem was einem am nächsten ist. Ob das zur Überwindung gesellschaftlicher Grenzen und mehr Gerechtigkeit und Gleichberechtigung beiträgt, wage ich zu bezweifeln.
Manchmal macht man sich halt seine interessanten Zeiten selber.

Doch auch in Deutschland ist der Trump-Stil schon seit längerem nicht unbekannt. Man nannte ihn halt nicht so. Zumindest ist die CSU nicht viel anders wie früher in den 80er als sie richterlich verfügte Lagerinternierung für AIDS-Erkrankte forderte. Wenn ich mich recht entsinne war das die Bezeichnung für HIV-Infizierte. Bei einer Partei in einem Bundesland, bei der es zum guten Ton gehört seit Jahrzehnten gegen Brüssel, Berlin und zuvor Bonn zu wettern, braucht man sich vielleicht auch nicht wundern wie es in Bayern mehr Reichsbürger als anderswo gibt. Bei einer entstandenen ernsthaften Konkurrenz am rechten Rand – wobei die AfD vielleicht auch nur deshalb wählbar ist, weil sie sich scheinbar glaubhaft vom Rechtsradikalismus abgrenzen und trotzdem noch NPD-Wähler abfischen können – Rand dann symbolhaft an der Trennung von Staat und Kirche zu kratzen, bei Kritik der Kirchen dann von Symbol und Tradition zu reden, um nicht lange danach so zu eskalieren das es zum Bruch in der Koalition kommen könnte, dies ist dann schon ein anderes Kaliber.

Man sollte meinen, auch Parteien können erwachsen werden. Bestimmte Provinzbengel schaffen es leider ewig rumzupubertieren. Nur diesmal sind sie dabei den Vogel abzuschießen. Mal sehen was ihnen noch einfällt bis zur Bayernwahl. Von dem Gezank der letzten Zeit bleibt was zurück. Nicht nur bei CDU und CSU. Auch das Vertrauen in die Fähigkeit von Politikern dürfte ganz allgemein gelitten haben. Verhältnismäßigkeit geht jedenfalls anders in Wort und Tat. Zumal wir nicht mehr 2015, 2016 oder gar 2017 schreiben. Ich halte es für möglich, daß inzwischen mehr Menschen im Mittelmeer absaufen als in Bayern über die deutsche Grenze kommen. Also den Rhein überqueren.
Nachdem was ich die letzte Zeit so alles mitnahm an dem was mir die Profis in Politik und Medien bieteten, wie soll ich da nicht zynisch sein?
Ein Satz, der mir seit Jahren im Gedächtnis präsent ist: Ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist. Ich weis leider nur nicht mehr von wen diese Worte stammen. Manchmal fällt es allerdings auch besonders schwer, die Dinge im richtigen Maß an sich ranzulassen. Da wollen Die extra Transitzentren an der Grenze einrichten. Als wenn wir im 16. Jahrhundert mitsamt dessen Personenbeförderungs- und Kommunikationsmöglichkeiten leben würden. Unterbringungsmöglichkeiten sollte es ja noch genug gäben. Wir hatten ja Flüchtlingskrise. Oder haben wir sie noch? Wenn wir, in diesem Land in der heutigen Zeit, Flüchtlingskrise haben, was hat dann der Libanon? Armageddon? Die Migration ist eine Herausforderung und Schicksalsfrage für die EU? Ach was, Deutschland hat ja nicht mal ein gescheites Einwanderungsgesetz. Soll ja diese Legislaturperiode noch kommen. Auch Dank SPD. Aber die nicken inzwischen ja alles ab. Inklusive „Asylpakt“. Weil man will ja nicht schuld sein.

So kommt es das dieser Beitrag zwar in der Kategorie Politik und Soziales erscheint, ich aber nicht gut und beherrscht genug bin um die Grenze zur Glosse nicht zu überschreiten. Die Zeiten sind zu interessant und zu viele falsche Fünziger unterwegs.

Europa baut Lager in Afrika, in die gerettete Bootsflüchtlinge zurückgeschickt werden sollen. Europa gibt mehr Geld aus, um seine Außengrenzen abzudichten. Europäische Staaten, die das wollen, bauen geschlossene Lager für Flüchtlinge. Europäische Staaten, die das wollen, nehmen Flüchtlinge aus diesen Lagern auf.“
Quelle: Spiegel online, 29.6.2018

So kann es kommen wenn nicht nur eine Gesellschaft, sondern ein ganzer Kulturkreis einen gewichtigen Teil seiner Ideale, seiner Überzeugungen verrät und den populistischen Marktschreiern der Politik hinterherhechelt, bzw. sich von ihnen kopf- wie herzlos treiben lässt. Wenn Politiker ihrerseits meinen „Volkes Wille“ ausführen zu müssen. Wenn sie auf Wahlpotenziale schielen. Wenn die alten Reflexe des politischen Diskurses und Lagerwahlkampfes auf einmal im Extremen ausschwingt.

Aus China soll ein Sprichwort kommen. eine Art Fluch. „Mögest du interessante Zeiten erleben“.
Ich wünschte es wäre langweiliger.

Epilog
Das einzige Gute daran wie dieser Text, fast unverändert, solange im Entwurf blieb ist, doch noch einen anderen Abschluss zu finden. Denn inzwischen zeigen Menschen in diesem Land das sie eben nicht ihre Werte vergessen haben, sondern nach wie vor dafür einstehen. Das es nicht nur die „üblichen Verdächtigen von Demonstranten“ sind, sondern es sehr wohl Kommunal- wie Landes- oder Bundespolitiker gibt, welche für Humanismus, Toleranz, Würde und Respekt eintreten. Und zwar über Parteigrenzen hinweg. Das sie nicht auf falsche Fünfziger reinfallen. Das heist nicht das dieses sogenannte Pendel der öffentlichen Meinung in eine andere Richtung ausschlägt. Nein, es bedeutet eigentlich nur das bestimmte Demagogen, ganz bestimmte Marktschreier, nicht mehr behaupten können das sie für die berühmt-berüchtigte schweigende Mehrheit sprechen. Und es zeigt wie wir doch noch ein gutes Stück weit weg sind vom der Trumpisierung dieser Gesellschaft und dem Orbanstil von Machtausübung. Diese Gesellschaft ist vielschichtiger und differenzierter als es vielen liebt ist. Ganz ungeachtet der jeweilige persönlichen politischen Einstellung dieser Vielen.
Das macht es hier dann doch noch auf eine besondere Art interessant zu leben, nicht unbedingt negativ wie im chinesischen Fluch. Denn es ließe sich viel Positives aus diesen gesellschaftlichen Diskurs gewinnen. Sofern er in bestimmten Formen geführt wird und Grenzen eben nicht überschreitet. Für gefährdendes Teenagergebaren ist diese Kultur und diese Nation dann doch schon zu alt.

Du musst deine Meinungen ändern können

Der tägliche Stoiker für den 7.4.2018
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Es gibt zwei Dinge, die man Menschen austreiben muss: Hochmut und Misstrauen. Hochmut lässt nichts anderes zu als die eigene Meinung, Misstrauen geht von der Annahme aus, dass es unter der Flut der äußeren Umstände kein Glück geben kann.“
Epiktet, Lehrgespräche, 3.14.8

Viele Wege können zum Ziel führen. Meine eigene Arbeitsweise ist nicht die einzig richtige. Hochmut würde auch verhindern das ich von anderen lernen kann. Denn wenn mein Weg der einzig Wahre is, wieso sollte ich danach schauen wie andere Menschen etwas handhaben? Sowas arrogantes und selbstbezogenes. Letztendlich steht man sich selbst dabei im Wege. Allgemein verhält es sich so im Leben. Denn wer hat denn schon die Weisheit mit Löffeln gefressen? Jene, welche sich hochmütig entsprechend verhalten und dies offentsichtlich von sich meinen, kosteten und verdauten vielleicht am wenigsten dieser Frucht.
Misstrauen geht in seinem Kern davon aus das jenes was auf mich zukommt grundsätzlich schlecht ist und mir schadet. Es hat nichts mit dem umgangssprachlichen Misstrauen zu tun, welches ein ungetrübtes Urteilsvermögen beinhaltet. Das Für und Wider wird abgewogen, und nicht fast instinktiv als negativ abgetan.
Frank, Polyblob

Bereite dich auf das Negative vor.

Der tägliche Stoiker für den 5.4.2018
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Als erstes solltest du dir am frühen Morgen sagen: Ich werde auf Wichtigtuer, Undankbare, Egomanen, Lügner, Eifersüchtige und Spinner treffen. Sie sind diesen Leiden unterworfen, weil sie gut nicht von böse unterscheiden können. Ich habe jedoch die Schönheit des Guten und die Hässlichkeit des Bösen erkannt. Ich weiß, dass die Menschen, die falsch handeln, mir dennoch verwandt sind – und niemand von ihnen mir schaden oder mich in das Hässliche verstricken kann, noch bin ich auf meine Verwandten wütend oder hasse sie. Denn wir sind für die gemeinschaftliche Zusammenarbeit geschaffen.“
Marc Aurel, Selbstbetrachtungen, 2.1

Egal welche oder wie viele Menschen, welche gut und böse nicht unterscheiden können, mir begegnen, die aller wenigsten wollen mir persönlich etwas böses. Und selbst bei jenen wenigen, die daher kommen mögen, liegt es an mir inwieweit ich mich da seelisch und emotional hineinziehen lasse. Bei allen Anderen teile ich nicht ihre Art wie sie sind und sich geben, doch ist es gut möglich das man für etwas gemeinsames arbeitet. Also wie wäre ich wohl, würde ich meine Einstellungen, meine Moral und Ethik über die der Anderen stellen? Vielleicht eigentlich nur auf meine Weise wie einer der genannten Typen, von ihrem Blickwinkel aus gesehen.
Frank, Polyblob
 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Der tägliche Stoiker für den 5.4.2018
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Lass dich nicht von der Kraft des ersten Eindruckes hinreißen. Sage dir: Warte mal, lass mich sehen, wer du bist und woher du kommst. Lass mich dich auf die Probe stellen…“
Epiktet, Lehrgespräche, 2.18.24

Intuition, das Bauchgefühl, instinktives Pro oder Contra – dies ist mit Vorsicht zu geniessen. Beruht es doch auf vergangenen Erfahrungen, welche man selber machte oder einem beigebracht wurde. An sich nichts schlechtes, in Gefahrensituationen sogar gesundheits- oder gar lebensrettend, kann dies auch zu Fehlurteilen führen. Besonders in der Begegnung mit noch unbekannten Menschen. Man sieht jemanden Neues, sein Äußeres spricht einen an. Doch egal ob positiv oder negativ – man weis nichts über diese Person. Wie sie denkt, fühlt und handelt. All dies zeigt sich erst noch. Sofern man es dazu kommen läßt.
Kleider machen Leute, heist es. Doch den Kleidern Bedeutung geben, machen Leute.
Frank, Polyblob