Ein zweites Mal in einem Jahr

„Diese Reise ist zu Ende. Eine Neue beginnt. Es ist Zeit zu ruhen.“
Lorien, Babylon 5

Heute sah ich während kleinerer Umbauarbeiten die Abschlußfolge der Science Fiction Serie Babylon 5. Eine besondere Folge einer zu ihrer Zeit besonderen Serie. In dieser Folge ging es nicht nur um den Abschied von dieser Serie, sondern auch um das Abschiednehmen der Charaktere von einem der Hauptcharaktere. Wie passend, spürte ich, die Bearbeitung dieses Beitrages zu beenden und diesen mit einem Zitat aus der Serie zu beginnen. Stehen die Worte doch fast fertig schon ein paar Tage hier, es fehlte etwas.

 

Es ist wieder einer dieser Momente im Leben, in denen man sich sowas wie  in dieser Richtung denkt ‚Ich wollte ihn doch erst wieder besuchen. Jetzt wo man wieder darf. Also eigentlich auch seit 2 Wochen oder so darf man ja wieder…. Hätte ich nicht?… Warum so selten?…“. Doch die Zeit verging wie man sie sich nun mal gestaltete. Da hilft es nur noch für die Zukunft lernen.  Für Andere da sein und das eigene Leben nicht vergessen.

Gut kann ich mich daran erinnern wie wir gemeinsam wanderten. Er hatte manch herausfordernde Tour ausgesucht und manchmal mussten wir ihn helfen und stützen. Es passierte auch; andere Wanderer im Wald schauten verwundert und kopfschüttelnd aus einer Senke zu uns hoch, wie wir am Hang entlang über auf dem Weg drapiert liegende Baumstämme klettern mußten. Doch nicht wir bestimmten den Weg: Er bestimmte die Strecke. Auch wenn wir mal eine extra Ruhepause wegen solchen Herausforderungen einlegten, wir gingen jede Tour zu Ende. In gewisser Weise kommt es mir auch jetzt so vor. Es ist nicht so das er aufgegeben hätte. Oder das es vorbei wäre. Viel mehr wirkt es für mich als wenn er nach einer langen Ruhepause seine Wanderung woanders weitergeht.

Gut, schon vor der Operation war er nicht mehr bester Gesundheit und nach diesem (dezent formuliert) missglücktem Eingriff in seinem hohen Alter wurde er zum Pflegefall. So kann man es so sehen, sein Leiden hat nun ein Ende. Auf körperliche Ebene trifft dies sicherlich zu. Aber ob dies auch für Geist und Seele zutrifft? Ich weis nicht. Selbst als Atheist halte ich es für nicht unmöglich, daß er erst am Beginn eines neunen Abschnitts einer weiteren Wanderung steht. Ich ging gerne mit ihm zum Wandern, es reut mich nicht ein einziger Schritt und – wer mag es schon wissen – ich würde ihn wieder begleiten.

Ein ereignisreiches Leben liegt hinter ihm, er kann in Frieden ruhen. Bis es zu einer weiteren Reise kommen mag.

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