Wofür man sich eine Auszeit nimmt

Der tägliche Stoiker vom 26.9.
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Freizeit ohne Studium ist wie der Tod – ein Grab für einen Lebenden.“
Seneca, Moralische Briefe, 82.4

Och Joh, diese Stoiker…ewige Streber. Möchte man fast sagen. Aber damit ist, meinem Verständnis nach, nicht unbedingt gemeint während der Freizeit noch trockene schwere Lektüre zu wälzen. Man kann in seiner Freizeit, wie auch im Urlaub, auch ein wenig von der Welt im Allgemeinen und dem Menschen insbesondere auch etwas mitbekommen und über das Miteinander und das Einwirken aufeinander lernen ohne etwas zu tun. Kann sogar so aussehen als wenn man nur faul auf der Parkbank hockt…
Du schließt die Augen und spürst die Sonnenstrahlen auf deiner Haut, wie sie sich angenehm erwärmt. Trotz gesenkter Lider ist es nicht komplett dunkel. Du hörst Geräusche. Ein paar Kinder tollen lachend und kreischend auf dem Spielplatz hinter dir herum. Schnaufend joggt jemand dem Weg entlang. Vielleicht kontrolliert die Person gerade ihre Werte übers Smartphone. Was solls, solange sie sich nicht von ihrem mobilen MCP kontrollieren läßt. Abgesehen davon: „is‘ ja nich‘ mein Problem…falls so wär‘ „. Links vor dir, ein paar Meter weiter, wo unter dem Baumstamm schon rote Blätter im grünen Rasen liegen und du beim herkommen dachtest ‚Sieht ja aus als wenn der Baum seine Wurzeln zudeckt.‘, da sitzen ein paar Jugendliche, hörst die Mädchen kichern und die Stimmen der Jung, welche irgendwelche Geschichten erzählen. Weiter weg, inmitten der großen grünen Wiese, spielen zwei Mannschaften Fußball. Ab und zu hörst du einen kräftigen Ballschuss und immer wieder die Zurufe der Spieler und Spielerinnen. Vögel zwitschern hier und da.
Du öffnest die Augen, stehst auf und gehst den Weg entlang. Da huscht ein Eichhörnchen über den Weg einen Baumstamm hoch und verschwindet im Geäst. Dem Weg entlang befindet sich auf der linken Seite schattiges Gebüsch, dahinter gleich die Häuser der Großstadt, die doch so fern erscheint. Eine Wiese weiter siehst ein kleines Mädchen spielen mit ihrem Vater. Ihr kleines rosa Radl mit Stützrädern und weißen Bändern an den Lenkradgriffen (was ihr wohl wichtiger ist: Die Bänder oder die Lernstützen? Als wenn´s fraglich wäre!) steht ein wenig abseits. So jung und noch am gehen lernen stürmt es voran zu Papa und prompt plumpst es die Länge nach hin. Noch während er zu ihr geht, fängt sie an zu weinen und setzt sich hin. Er geht in die Hocke, richtet sie auf, streift sachte ein wenig Gras von ihrer Kleidung, redete lächelnd mit ihr, kitzelt sie. Schon lacht sie laut auf! Und der Schmerz ist vergessen. Lächelnd passierst du die beiden, gehst weiter deinen Weg. Die Sonne strahlt und es ist warm….
Ein ganz normaler Tag. Nichts besonderes. Doch ist dir aufgefallen wie die Menschen miteinander umgehen? Wie die Natur dieses Parks sie beeinflusst und wie grün alles ist und doch schon Laub, fast malerisch, auf dem Boden liegt?
Hast du all das nicht nur registrierst, sondern auch beachtet? Bewusst ein wenig darüber nachgedacht und dir klar gemacht wie schön und gut sich dieser Spaziergang anfühlt?
So einfach kann Philosophie sein!
So entspannt kann studiert werden!
Selbst wenn es oberflächlich nach faulenzen aussieht.
Frank, Polyblob

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