Tue nie etwas aus Gewohnheit

Der tägliche Stoiker vom 16.1.2018
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„So wenden wir uns neuen Lebenslagen meist nicht in Einklang mit dem richtigen Annahmen zu, sondern dabei eher unliebsamen Gewohnheiten. Wenn dies der Fall ist, muss der Lehrling versuchen, darüber hinauszuwachsen, um nicht bloß nach Vergnügungen zu suchen oder sich vom Schmerz abzulenken; er muss aufhören, sich ans Leben zu klammern und den Tod zu verabscheuen; und, was Besitz und Geld betrifft, darf er das Nehmen nicht höher wertschätzen als das Geben.“
Musonius Rufus, Lehrgespräche, 6.25.5-11

Tue nie etwas aus schlechter Gewohnheit. Denn besonders dann wenn sich das Leben ändert, erschweren diese einem die Umstellung. Selbst wenn alles in seiner Routine läuft, verfalle nicht dem einfachen ‚Das habe ich schon immer so getan‘-Weg. Nur wenig Alltägliches ist dümmer und stumpft mehr ab. Letztendlich bremst man sich damit selbst aus und verführt zu Ablenkungen, was besonders schmerzhaft zu spüren ist wenn die Zeiten sich ändern; merklich ändern, denn nichts ist so beständig wie der Wandel und der Zeitlauf ist fließender wie es erscheint.
Will ich also auf dem selben Pfad weitergehen oder neue Wege begehen und neue Erfahrungen machen wenn ich eine Abzweigung sehe? Würde ich sie denn überhaupt erkennen wenn ich mit selbst aufgesetzten Scheuklappen so weitermache wie bisher?
Wer sein bisheriges Leben mit allen guten wie schlechten Facetten umklammert und das Vergehen auch nur eines kleinen Teiles davon scheut; wer seine materiellen Besitztümer höher schätzt als es seinem irdischen Wert entspräche – denn sind nicht die geistigen, die immateriellen, Güter höher zu schätzen? – der beraubt letztendlich sich selbst.
We lieber nimmt als das er bereit wäre zu geben, der bestiehlt sich selbst. Nicht im finanziellen vielleicht. Zumindest nicht kurzfristig, denn was einem heute ein wenig spart oder mehr einbringt, kann einem morgen schon viel höhere Kosten bescheren. Doch schon für das eigene Wohlbefinden, materiell wie immateriell, lohnen sich schon Rufus‘ Worte zu beachten.
Frank, Polyblob

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