Sieben klare Funktionen des Verstandes

Der tägliche Stoiker vom 7.1.2018
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Die wahre Arbeit des Verstandes besteht in der Ausführung von Entscheidung, Verweigerung, Sehnsucht, Abwehr, Vorbereitung, Zweckbestimmung und Zustimmung. Was kann dann noch die angemessene Funktion unseres Verstandes vergiften und verstopfen? Nichts außer seine eigene korrupten Entscheidungen.“
Epiktet, Lehrgespräche, 4.11.6-7

Natürlich sind diese Arbeitsbereiche des Verstandes hervorragend geeignet um ein Ziel zu erreichen. Wenn der Weg das Ziel ist, dann sind diese Arbeitsschritte ebenso auch für den Alltag zu gebrauchen. Allerdings beschreibt ja Epiktet hier Grundprinzipien des Verstandes mit je einem Schlagwort.

Entscheidung: Zu dem stehen und danach handeln was man wirklich will.
Verweigerung: den großen und kleinen Versuchungen zu widerstehen und sich nicht ablenken, beziehungsweise aufhalten, lassen von nichts und niemanden.
Sehnsucht: Das Ziel im Auge behalten und sich vorstellen, wie es ist wenn es soweit ist. Auch hier zählen die großen wie kleinen Ziele. Ob es nun Lebensziele oder eine aufgeräumte Wohnung ist, macht prinzipiell keinen Unterschied.
Abwehrr: Hindernisse aus dem Weg räumen und Gegner abwehren, zum Beispiel den inneren Schweinehund.
Vorbereitung: Ob Philosophiestudium oder Wohnungsputz: was brauche ich dafür und was muss getan und vorbereitet werden?
Zweckbestimmung: Stift und Papier für das Studium oder den geeigneten Lappen für die passende Oberfläche: das richtige Werkzeug für den richtigen Verwendungszweck benutzen.
Zustimmung: Manchmal muß etwas erledigt werden was man eigentlich gar nicht machen würde wollen. Doch das Leben ist nun mal kein Einhornponyhof mit Wünsch-dir-was-Elfenstaub; und Rosinenpickerei zählt nicht. Warum so ein Verhalten indiskutabel für mich ist erläutere ich gern ein anderes Mal.
Jedenfalls gibt es Aufgaben bei denen es einem schwer fällt mit ganzen Herzen dabei zu sein. In so einem Fall sollte wenigstens der der eigene Verstand sagen das man trotzdem sein bestes gibt. Oder mit einer ‚Jetzt erst recht‘ – Einstellung die Angelegenheit mit vollständiger rationaler Zustimmung angeht und durchzieht.
Das der Verstand dem zustimmt, was man machen und wie man handeln will, sollte ja selbstverständlich sein.
Rekapitulieren: möchte ich selber noch als Arbeitsabschnitt hinzufügen. Nach dem Erreichen des Zieles den begangenen Weg analysieren. Was ließe sich verbessern? Das betrifft auch die Reflektion: Wie war ich im meinem Handeln? Wie kann ich mich verbessern?

Wenn ich eine Übereinkunft, einen Konsens, gefunden habe zwischen der Theorie meiner Vorstellung, der Praxis wie es abgelaufen ist, dem Ergebnis des Ziels und meiner Einstellung und meinen Gefühlen zu jedem dieser Eckdaten und den Wegen dazwischen (manche mögen sowas als „im Einklang mit sich sein“ oder „in seiner Mitte sein“ umschreiben“ – ich selber habe es nicht so mit verwestlichen modischen fernöstlichen Yogazeugxs“); dann kann nur noch ich mir selbst im Weg stehen. Dann bin nur ich mein größter Feind.
Frank, Polyblob

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