Rache serviert man am besten gar nicht

Der tägliche Stoiker vom 13.10.2017
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Die beste Art, dich zu rächen, ist, es ihm nicht gleich zu tun.“
Marc Aurel, Selbstbetrachtungen, 6.6

„Es ist besser, eine Verletzung heilen zu lassen, als sich dafür zu rächen. Vergeltung vergeudet viel Zeit und setzt dich der Gefahr aus, dir noch mehr Verletzungen zuzuziehen als beim ersten Mal. Wut überdauert stets den Schmerz. Schlage lieber den entgegengesetzten Weg ein. Würde es irgendjemand in Erwägung ziehen, den Tritt eines Esels oder den Biss eines Hundes zu erwidern?“
Seneca, Über die Wut, 3.27.2

Auge um Auge, Zahn um Zahn? Zählt es wirklich wer anfing? Wer das erste Blut vergoss? Man wird belogen, betrogen, geschlagen, verletzt. Schmerz und das Gefühl der Ungerechtigkeit verleitet einem dazu Gleiches mit Gleichem vergelten oder zumindest irgendwie heimzahlen zu wollen. Doch: warum ein Verhalten haben, das man an einem anderen verabscheut? Und warum Lebenszeit, Gedanken, Gefühle und Handlungen in etwas investieren was den empfundenen Schmerz in der Vergangenheit in der Gegenwart am Leben hält und in die Zukunft projiziert? Letztendlich fügt man sich selber den Schaden weiter selber zu, man steht sich selbst im Wege, schlicht und ergreifend weil es Besseres gäbe um diese Zeit zu füllen, und man wird zu dem was man an dem anderen verabscheut.
Nur ein Esel erwidert den Tritt eines Esels mit einem Tritt.
Frank, Polyblob

Comments

  1. Ein sehr tiefgehender Gedanke, über den ich nachdenke:

    „Und warum Lebenszeit, Gedanken, Gefühle und Handlungen in etwas investieren was den empfundenen Schmerz in der Vergangenheit in der Gegenwart am Leben hält und in die Zukunft projiziert? „

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