Project Pitchfork am 7.10.2016 im Backstage, München

EXT!ZE sind mir mit ihrem Sound zu technoid- und bass&beat-lastig. Gut und schön das sie das mit Humor präsentieren und mit ihren Clubhits-Medley-Remix diverser Szenegrößen aus eben jenem musikalischen Bereich krönen, doch zeigen sie dadurch auch ein wenig unfreiwillig auf wie austauschbar das Ganze ist. Als jene DJs die sie sind, mögen sie ihre Dancefloors beherrschen, als Vorband zu Pitchfork in einer Halle reicht es nicht wirklich. Handwerklich top in ihrem Bereich aber leider kein Einheizer für den größten Teil dieses Publikum.
Bei Enter and Fall kam das Beste zuerst. Meinem Empfinden nach. Ganz nett zum Hören für mich und mir scheint 95% des Publikums geht es ebenso. Nicht schlimm aber auch nicht wirklich mitreißend.
Ich schau so übers Publikum und denk mir: ‚Enter and Fall könnten auch so eine Cafecombo sein, in einer Bar auftreten während die Leute an den Tischen hocken und ratschen.‘ Stört ned, handwerklich sehr gut aber es springt kein Funke über. Ohne den Sänger als Poser wäre das sogar sehr wenig wobei seine Stimme auch recht dünn rüber kommt. Könnte man sich zuhause mal anhören ob das besser ist als live.
Mit Sicherheit besser ausgesteuert ist die Band im Studio. Bei einer Rückkopplung eben dachte ich kurz das hinter mir ein Mädchen kreischt. Im hinterem Bereich ist es auch merklich leerer geworden. Viele beim rauchen. So wie ich gerade.
Erhebt sich die Frage ob man mit dieser Eintrittskarte zum Pogorausch 2016 nebenan darf. Geht bestimmt mehr ab im Moment bei den ganzen Punks, Skins und Psychos die im Moment vorbeigehen.
Ok, das ist jetzt nicht fair, ich weis, denn die Gruppe ist gut, jedoch nun mal nicht mein Geschmack. Ihre Fans vor der Bühne gingen etwas mit, mehr aber auch nicht. Es war einfach nicht ihr Publikum an diesem Abend.

Project Pitchfork retteten den Abend und die Nacht noch dazu. Mit der Bandbreite ihres Schaffens abdeckend feuerten sie das Publikum an welches sich dankbar mitreißen ließ und selber die Band forderte und mehr wollte. Mir fehlten zwar zwei oder drei Klassiker, aber bei einer solch großen Auswahl bei einem Auftritt ist es auch nicht verwunderlich wenn leider nicht alles gespielt wurde was man so gern gehört hätte. Alle Anwesenden feierten jedeś Lied, jeder auf seine Weise. Vom mitklatschen übers tanzen, dezentem headbangen bis hin zur kleinen Moshpit vor der Bühne war alles vertreten. Die Setlist, die zwischen schnelleren und Mid-Tempo-Stampfern wechselte, war gut gewählt und sorgte auch dafür alle bis zum viel zu frühen Schluss voll dabei waren. Das macht eben auch einen hervorragenden Headliner aus: das komplette Publikum in seinen Bann ziehen, trotz oder vielleicht gerade wegen unterschiedlichen Liedern. Das es zwei Ausblicke gab auf die nächste Scheibe fand sehr großen Anklang. Hoffentlich kommen die Studioaufnahmen tatsächlich so etwas anders, weiterentwickelt mit Rückgriff auf alte Tugenden rüber. Spilles kann nämlich nicht einfach nur verzerrt. Nein, er kann auch klar singen. Und zwar richtig gut.
Schade das Scheuber blinddarmsbedingt an diesem Abend ausfiel. Das Projekt Mistgabel ist einfach nicht komplett ohne ihn.
Trotzdem: Besser als bei ihrem letzten Auftritt den ich erlebte freue ich mich auf das nächste Mal.

Vielen Dank an Nadine, Semran und Freundin. Ihre Eindrücke flossen hier mit ein.
Orthographische und grammatikalische Fehler bitte ich zu entschuldigen.

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