Kultiviere Gleichgültigkeit, wo Andere Leidenschaften hegen

Der tägliche Stoiker vom 27.2.2018
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Von all den Dingen, die es gibt, sind manche gut, andere schlecht, andere wiederum gleichgültig. Die guten Dinge und alles, was daran teilhat, sind Tugenden; die schlechten und alles, was sich ihnen hingibt, sind Sünden; die gleichgültigen liegen genau zwischen Tugend und Sünde, sie umfassen Wohlstand, Gesundheit, Leben, Tod, Freud und Leid.“
Epiktet, Lehrgespräche, 2.19.12b-13

Gleichgültig im Sinne gleicher Güte, gleicher Geltung. Wenn man zu sehr nach einer Tugend strebt, anstatt sie einfach zu leben, so landet man leicht bei den Sünden, bei den Untugenden.
Dies kann so schnell gehen wie bei einem chemischen Indikator. Von Bromthymolblau – liest sich vielleicht erst mal gefährlich, ist aber auch nur ein Natriumsalz – zum Beispiel ist die Färbung bei einem neutralen ph-Wert wie bei reinem Wasser grün, im sauren Bereich gelb und als Base blau. Nur ein Tropfen zuviel an Lauge oder Säure und die Färbung schlägt um in seinen fast komplementären Farbton.
Wer nach unbedingter Gerechtigkeit strebt, verletzt häufig das Gerechtigkeitsempfinden Anderer durch seine kompromisslose Haltung und neigt so selber sich der Ungerechtigkeit entgegen. Denn ein Jeder tariert Justizias Waagschalen anders. Was dem einem noch gerecht, ist dem anderem schon ungerecht.
Im Sinne des Zitats ist Leidenschaft nicht Enthusiasmus, mit Freude dabei sein, für etwas brennen; sondern die Art der Leidenschaft welche Leiden schafft.
Frank, Polyblob

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