König oder Tyrann?

Der tägliche Stoiker vom 11.2.2018
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Unsere Seele ist mal ein König, mal ein Tyrann. Sie ist königlich wenn sie sich um das kümmert, was ehrenhaft ist, wenn sie den Körper schützt und ihn gesund hält, wenn sie ihm keine schädlichen Befehle gibt. Aber eine unkontrollierte Seele, eine, die von Begierden angetrieben wird und die es gewohnt ist, dass ihr jeder Wunsch erfüllt wird, ist nicht königlich, sondern sie wird zu dem, was wir meisten fürchten und verabscheuen: zum Tyrann.“
Seneca, Moralische Briefe, 114.24

Wer bewacht die Wächter? Mit dieser Frage begann ich vor etwas mehr als zwei Wochen die Reflektion. Nun frage ich mich wie ich darauf kam, wo ich heute einen anderen Ansatzpunkt habe. Wenn zum Beispiel Mut eine Tugend ist und Angst die Untugend dazu, dann ist Übermut das entgegengesetzte Extrem. In beiden Endpunkten bin ich Gefangener meiner Triebe. Nun, durch Übermut entseht oft ein Adrenalinkick. In diesem Fall von Begierden zu reden klingt passender als bei Angst. Doch mit Angst verhält es sich ähnlich. Man wird beherrscht von den Überlebensinstinkten. In beiden Fällen ist die eigene Seele kein gütiger König, welcher sich um das Wohlergehen sorgt, sondern ein korrumpierter Tyrann, der einen unterdrückt und einem die Befriedigung seiner Bedürfnisse aufzwingt.
Das klingt jetzt ein wenig schizophren. Ist es auch gewissermaßen. Aber in gewisserweise sind es die Momente, in denen einem Menschen, welche einen wirklich gut kennen, sagen, man ’sei nicht sich selbst‘ ebenfalls.
Wer die Wächter bewacht? Nur man selbst. Denn all dies spielt sich in ein und der selben Seele ab. Es liegt an mir selbst wie ich zu mir bin.
Frank, Polyblob

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