Der tägliche Stoiker vom 11.10.2017
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.
„Wie verdorben und verlogen ist ein Mensch, der behauptet, jetzt mal aufrichtig sein zu wollen. Was hast du im Sinn, werter Freund? Das sollte nicht einer Ankündigung zu bedürfen, sondern bereits zu sehen sein, als ob es auf deiner Stirn stünde, am Klang deiner Stimme zu erkennen, an deinem Blick, ganz so, wie ein Liebender am Glanz der Augen seines Gegenübers erkennt, das er geliebt wird. Kurzum, ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch sollte wie eine streng riechende Ziege sein – du weißt sofort, mit wem du im Raum bist.“
Marc Aurel, Selbstbetrachtungen, 11.15
Tatsächlich, warum nur betonen manche das sie nun ehrlich sind oder es nun von ihrem Gesprächspartner erwarten? Sind sie es sonst nicht? Oder erwarten sie sonst nicht wirklich die Ehrlichkeit von anderen?
Über zweitausend Jahre dreht sich die Erde weiter, Kulturen entstehen und vergehen, Sprachen sterben, doch die selben Floskeln mit den selben Fragen, die diese aufwerfen, und den selben Schlussfolgerungen daraus werden auf ihre jeweilige Art gebraucht.
Frank, Polyblob
Sehr zutreffend