Das hungrige Leben eines Philosophen

Gude!
Das war jetzt hessisch für „Servus!“
Ich bin Hesse, Ich bin Metaller und, wenn jemand wie ich mal zu den Sternzeichen zeigen darf, ich bin Zwilling. Wir haben es nicht so mit der Integration und gehen eigene Wege. Wir dürfen das.

Das Ganze kann dann zu der schizophrenen Logik führen das ein atheistisches Arbeiterkind wie ich Mitglied einer philosophischen Schule mit theosophischen Elementen ist und über die Philosophie sinniert.
Abgesehen von diesem Sinnieren über die großen Fragen des Lebens, des Universums und des ganzen Restes; abgesehen von dem Arbeiten an sich selbst, des Erstrebens sich zu verbessern und des Verstehens; ergeben sich auch viele kleine Fragen. Zum Beispiel: „Wie behalt ich das Dach übern Kopf, einen Tisch darunter und Essen darauf?“
Für einen Philosophen im alten Griechenland mag es zwar eine Option gewesen sein, nackt im Holzfass auf der Agora zu nächtigen. Jedoch ist selbst mir als Germane das Wetter nördlich der Alpen doch ein wenig zu kühl um so meine Runden zu rollen.
Wie nun soll ich nur meinen Lebensunterhalt mir verdienen und dabei auch noch genügend Zeit haben zu philosophieren und mich wenigstens ein wenig mich den Künsten widmen? Also, praktisch gesehen, ein wenig denken und ein wenig Gefühle rauslassen.
Ein neuer Job könnte helfen. Weniger Arbeitszeit. Mehr Lohn. Variable Jobzeiten. Den studentischen Traum wahr werden lassen!
Vielleicht als Eventartist? Als Referent für Acrylmalerei? Für Hobbymaler. Also Typen wie mich, nur anders. So richtig extrovertiert im Mittelpunkt stehen. Bei Zweiduzend Hausfrauen und Feierabendmalern künstlerisch, oder zumindest handwerklich, wertvoll ein wenig malern. Mit Chianti und Brotzeit.
Also hocken die alle an ihren Plätzen vor der Tischstaffelei, nibbeln ein wenig an ihren Gläsern….
Dann kommt da einer wie ich in den Raum. So bös unrasiert. Mit Farbeimern von Schwarz, Rot, Bluesblau und spricht:
„Heute malen wir kein ‚Schmusekätzchen tanzt ab Abendsonnenstrand.‘ Heute malen wir: Hanging Man oder Mein Freund, der Baum. Suizidal, Bio, Spaß dabei und auch noch kompostierbar!‘ Die Damen können gerne auch ’nackte Schönheit in rotwässriger Badewanne.‘ malen. Aber bitte keine chemischen Reiniger ins Bild zeichnen. Das ist nicht gut für den ökologischen Fußabdruck. Und auch noch Schleichwerbung für Domestos! Ganz böse!“
Bin mir nur nicht sicher wie häufig solche Events mit mir wären….

Früher, so vor ein, zwei Generationen…da war das Leben als Philosoph noch einfacher. Da hatte man so als von der Weisheit Erleuchteter, so als Guru halt, da hatte man seine wissbegierigen Jüngerinnen, die geradezu darum baten von des Philosophen Fackel erleuchtet zu werden. Von innen heraus. Also halt dieses innere Leuchten. Dankbar kümmerten sie sich um den Haushalt.
Heutzutage, wenn einem per Nachrichtendienst was vor die Nase gehalten wird, wie ein Nusscreme-Cupcake zum Beispiel und Mann meldet Bedürfnisse an und fragt nach einem Tea-Sit-in-the-kittchen da kommen gleich Rückfragen wie: „Ja, wenn wir Kuchen und Cookies machen, was machst du dann?“, „Was für Tee hast du denn?“, „Sind die Teebeutel auch Vegan?“
Nicht das ich was gegen Veganes hätte. Wirklich nicht. Im Gegenteil, es kommt immer wieder vor das ich glaubhaft Ungläubigen erklären muß, das mir das Zeuxs tatsächlich schmeckt. Also so eine vegane Torte zum Beispiel ist durchaus was leckeres. Warum auch nicht? Man glaubt ja auch erst nicht wo überall tierische Nebenprodukte enthalten sind oder in der Produktion verwendet wird und wie unnötig es sein kann für einen schmackhaften Kuchen.

An  moralische Maßstäbe und ethisches Handeln sollte man auch glauben, ich denke aber, wenn derart  auf tierbefreit und fleischhaltig, auf rein und unrein, Halal und Haram geachtet wird, dann kann das auch leicht ein klitzekleineswenig fundamentalistisch werden. Und seien wir ehrlich: Wie Fundamentalisten haben es Veganer auch nun wirklich nicht leicht. Wenn dem geneigten Veggie-Fundi für sein mühsames und entbehrungsreiches Leben dann auch 72 Jungfrauen im Himmel erwarten, dann ist ja alles in Butter. Also in Soja-butter, selbstverständlich. Für die Ernährungsmärtyrierin warten natürlich im Jenseits erfahrene und einfühlsame 72 Jungmänner.

Is ja logisch. Oder warum sollte es im Himmel keine gerechte Gleichberechtigung geben? Sofern es das Jenseits gibt…
So lasst mich mit den Worten beschließen:
„Inshallah! Essen fassen!!“

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