Brenne die Kerze nicht von beiden Enden ab

Der tägliche Stoiker vom 25.12.2017
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Dem Geist muss man Ruhe gönnen – nach einer angenehmen Pause wird er gestärkt und schärfer hervortreten. So wie reichen Feldern nichts aufgezwungen werden sollte, weil sie schnell ihre Fruchtbarkeit verlieren, wenn man ihnen keine Pause gönnt, wird die Geisteskraft nachlassen, wenn man sie ständig in Anspruch nimmt. Aber sie bleibt stark , wenn man sie für eine Weile frei lässt und sie sich entspannen kann. Ständige Geistesarbeit hingegen führt zu einer gewissen Dummheit und Schwäche in der von der Vernunft geleiteten Seele.“
Seneca,Von der Ruhe des Gemüts, 17.5

Die stärksten Maschinen können nicht ständig auf maximaler Kraft gefahren werden, sonst zerlegt sich die Mechanik. Die schnellsten Computer sollten nicht ständig mit voller Rechenkapazität arbeiten, sonst brennt die Elektronik durch. Oder es häufen sich Fehler aufgrund der Wärmeentwicklung.
Der Unterschied zwischen seelenloser Mechanik und Elektronik einerseits sowie dem Menschen andererseits besteht darin, das es bei den einen um die maximalen Fähigkeiten geht, beim Menschen jedoch um das Potenzial sich zu steigern. So sind Vergleiche zwischen Mensch und Maschine auch nur bestenfalls hinkend. Der Mensch muß sich schonen um im Training zu bleiben und sich zu verbessern. Bedenke die Pausen eines Bodybuilders zwischen den Übungssätzen. Der Verstand ist wie ein Muskel. Geist und Körper sollten nicht nur herausgefordert werden um stärker zu werden und zu wachsen. Sie brauchen auch Ruhephasen um zu reifen und so den Grundstein für gesundes nachhaltiges Wachstum zu legen.
Das kann dann auch zum Beispiel ein geistloser sinnbefreiter Film sein. Für dessen Laufzeit man normalerweise nicht bereit wäre mit Lebenszeit zu zahlen. Doch ab und zu, also eher sehr selten, da brauchts einfach einen ‚Hirnausschalter‘, so wie in anderen Momenten ein ‚Axt-im-Rücken‘ ganz gut tut.
Ebenso hilfreich ist aber auch ein Spaziergang durch Natur oder Stadt. Ohne nachdenken und sinnieren. Einfach nur die Umgebung auf einen einwirken lassen; dabei entspannen.
Positiver Müßiggang, welcher indirekt in seiner Folge produktiv wirkt, ist nicht zu unterschätzen. Birgt aber auch die Gefahr das er überschätzt wird.
Frank, Polyblob

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