Befreie deinen Verstand

Der tägliche Stoiker vom 14.1.2018
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Du musst begreifen, dass es etwas Kraftvolleres und Göttlicheres in dir gibt als das, was die körperlichen Leidenschaften erregt und dich wie eine Marionette bewegt. Welche Gedanken beherrschen deinen Geist? Doch nicht etwa Angst, Mistrauen, Begierde oder etwas dieser Art?“
Marc Aurel, Selbstbetrachtungen 12.19

Was leitet mich durch den Tag? Warum will ich dieses oder jenes tun? Geht es mir um niedere Instinkte und Begierden zu erfüllen oder um die Kunst, Wissen, Weisheit? Angst, Misstrauen, Vorsicht – Emotionen die im richtigen Moment in der richtigen Dosierung lebensrettend sind. Nur ein wenig zuviel davon, nur ein wenig zulange davon und schon ist man Gefangener seiner Leidenschaften. Negativer Leidenschaften, welche Leiden schafft. Selbst grammatisch: nur ein Leerzeichen und nur ein Buchstabe mehr – schon ist es ganz was anderes, doch so verwandt.
Auch kann die selbe Tätigkeit sich auf ganz anderen Ebenen abspielen. Es war in einem Interview zu dem Film Jarhead, wenn ich mich recht entsinne, in dem der Autor der Buchvorlage davon sprach das die Soldaten, welche schier endlos auf ihren Einsatz warteten, die Zeit überbrückten durch das Anschauen von Filmen. Was sie regelmäßig aufputschte. Man könnte jetzt meinen das Titel von Streifen wie Rambo oder einem beliebiger Chuck Norris Vehikel viel. Doch Nein: Die Soldaten ergötzten sich an Apocalypse Now. Einem anerkannten Anti-Kriegsfilm.
Die Einen schauen sich diesen Film an und sind sprachlos am Irrsinn des Gezeigten. Er berührt sie auf einer geistigen Ebene.
Andere schauen sich den selben Film in der selben Schnittfassung und der selben Synchronisation an, begeistern sich an der Gewalt und finden den Irrsinn regelrecht amüsant. Nicht amüsant auf die verzweifelte Art, wenn man lacht weil das so Irre ist was man gerade sieht und der Geist kaum anders reagieren kann. Sondern amüsant auf die Art das es so richtig lustig ist. So wie man auch über einen guten Witz lachen könnte.

Das selbe Kunstwerk, die selbe Tätigkeit des Anschauens. Doch welche Beweggründe hast du dafür? Welche Gedanken und Emotionen wegen dich? Sowohl in der Zeitdauer eines Filmes, wie auch im Zeitraum deines Lebens?
Frank, Polyblob

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