Würde und Tapferkeit

Der tägliche Stoiker vom 11.12.2017
Inspiriert durch das Buch „Der tägliche Stoiker“ von Ryan Holiday und daraus zitiert.

„Wie Cicero bereits sagte: Wir verabscheuen die Gladiatoren, die schnell ihr Leben retten, egal auf welche Weise; wir verehren diejenigen, die für ihr Leben nur Verachtung übrig haben.“
Seneca, Von der Ruhe des Gemüts, 11.4b

Gladiatorenkämpfe, also richtige Gladiatorenkämpfe auf Leben und Tod, sind ja aus der Mode gekommen. So wie Sklaverei halt auch. Aber auch damals in der guten alten Zeit der Antike war das möglicherweise nicht so wortwörtlich gemeint. Aus der Neuzeit bringt Holiday anekdotisch mit Lyndon B. Johnson ein schönes Beispiel.
Um das weiter auszuführen: Tapfer ist man, wenn man sich gerade seinen schwierigen Herausforderungen stellt und nicht versucht sich feige davonzustehlen. Dabei braucht es sich gar nicht um blutige Kämpfe oder gar einen Krieg handeln. Es geht noch nicht einmal unbedingt um die innere Einstellung zur & die Handlungsweise gegenüber der Gesellschaft in Friedenszeiten. Und nicht vorrangig um die Aufgaben, welche einem das eigene Wirkungsfeld der Gesellschaft einem bieten mag. Es reicht schon bei sich selbst anzusetzten. Dem inneren Gegner entgegentreten, die eigenen Dämonen besiegen, sich gegen Angst und Furcht behaupten. Kämpfe, welche ein Leben lang in variabler Intensität immer wieder auflodern können mit Frontlinien, die sich jedes mal auf das neue verschieben werden. Zumindest solange bis man seinen Frieden mit sich gemacht hat.
Egal wie weit man damit ist: wer feige flieht, sich wegduckt, wer so respektlos sich selbst gegenüber agiert; wie will diese Person sich den Respekt seiner Umwelt verdienen? So läuft das mit Respekt und Würde. Man handelt danach und erarbeitet in sich dadurch. Man kriegt beides nicht geschenkt, höchstens im voraus geliehen. Es braucht Mut und Tapferkeit um Herausforderungen anzugehen. Herz, Hirn und Weisheit um die Wichtigen von den Unwichtigen zu unterscheiden. Jemand, der sich selbst im Grunde genommen nicht genug achtet und kurzsichtigerweise nur sich und seine persönliche Sicherheit oder Bequemlichkeit oder seinen Vorteil im Blick hat; so jemand wird nicht geachtet werden.
Frank, Polyblob

„…
Outgunned – outnumbered
Though that never outclassed
…“
Bolt Thrower, Anti-Tank (Dead Armour)

Eine kleine Lyrik, welche aus diesen Beitrag entstand

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